Beyond Business: Reichensteuer bedroht das Kapital des Mittelstands
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00:00:10: Willkommen zur heutigen Debatte bei Beyond Business.
00:00:13: Hier sprechen Kira und Kilian, also stell dir mal vor der Staat beschließt die am Ende des Jahres einfach so sechshundert Euro mehr in der Tasche zu lassen um dir durch die Inflation zu helfen
00:00:26: was ja erstmal nach einer wirklich hervorragenden Nachricht klingt.
00:00:30: genau das klingt super.
00:00:32: Doch um diese sechshundert Euro zu finanzieren, entzieht derselbe Staat dem mittelständigen Unternehmen das Dein Gehalt zahlt.
00:00:40: Genau jenes Kapital, dass es eigentlich bräuchte?
00:00:43: Ja, um im nächsten Jahr eben nicht pleitezugehen oder schlimmer noch Arbeitsplätze abbauen zu müssen.
00:00:49: Exakt!
00:00:49: Das ist unser Spannungsfeld heute – wir schreiben den Juli-Zweißen-Sächsundzwanzig.
00:00:54: Die Regierungskoalition hat gerade einen vierhandreißig Punkte umfassendes Programm für Aufschwung und Beschäftigung verabschiedet.
00:01:01: Das erklärte Ziel ist gigantisch, Deutschland soll aus der wirtschaftlichen Stagnation geholt und gleichzeitig der soziale Frieden gesichert werden.
00:01:08: Ich betrachte dieses Parkier heute ganz klar aus der Perspektive der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
00:01:14: Für mich steht fest also staatliche Eingriffe und auch eine spürbar stärkere Besteuerung der absoluten Spitzenverdiener sind zwingend notwendig.
00:01:22: ohne diese Umverteilungen und ohne staatliche Daseinsvorsorge wie beim Wohnungsbau bricht uns schlicht die Mitte der Gesellschaft weg.
00:01:29: Und ich analysiere das Ganze heute aus der Perspektive der Marktwirtschaft, also der Unternehmer und des Mittelstands.
00:01:37: Meine Position ist ganz klar – dieses Papier ist in weiten Teilen eine ordnungspolitische Fehlkonstruktion!
00:01:46: Ja, aber es ist so.
00:01:47: Es suggeriert dem Bürger eine Entlastung – aber im Hintergrund zerstört es die wirtschaftliche Substanz unseres Landes!
00:01:54: Anstatt die Kräfte des Marktes mal zu entfesseln, gleiten wir hier in einen gefährlichen Staatsdirigismus ab.
00:02:02: Der schneidet den Wohlstand, den er umverteilen will, direkt an der Wurzel ab….
00:02:07: Gut, dann lasst uns doch direkt bei dieser vermeintlichen Zerstörung ansetzen.
00:02:12: Das Herzstück des Pakets sind ja die steuerlichen Maßnahmen!
00:02:15: Wir haben eine Situation in der Familien und ganz normale Angestellte über Jahre unter einer enormen Teuerung gelitten haben.
00:02:25: Richtig – aber die Reallöhne haben stagniert….
00:02:28: Der Wocheneinkauf im Supermarkt ist für viele echt zu einem finanziellen Stresstest geworden.
00:02:34: Und jetzt sieht dieses Entlastungspaket ein Volumen von satten zehn Milliarden Euro vor.
00:02:39: Das passiert durch die Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags und des Kindergeldes.
00:02:45: Ganz ehrlich – das ist kein Luxus!
00:02:48: Das ist für viele überlebensnotwendig.
00:02:51: Ja, das muss natürlich irgendwie finanziert werden.
00:02:54: Die Regierung hat sich hierfür die sogenannte Reichensteuer entschieden.
00:02:58: Ja… forty-fünfzig Prozent ab zweieinhalbzigtausend Euro richtig?
00:03:02: Genau, forty-fünfzig Prozent ab einem zu versteuernden Einkommen von zweihundert fünfzigtausend Euro.
00:03:08: Und sogar siebenundvierzig Prozent ab zweieinachtzig tausend euro.
00:03:11: Wer zu den finanzstärksten Akteuren in diesem Land gehört muss in Krisenzeiten einfach mehr tragen.
00:03:17: Wenn du das jetzt als Zerstörung der Substanz bezeichnest dann ignorierst du meiner Meinung nach völlig dass ein Einkommen Von einer Viertelmillion Euro also Das ist ein enormes gesellschaftliches Privileg
00:03:29: Moment.
00:03:30: Es geht hier überhaupt nicht um den Schutz von irgendwelchen Privilegien.
00:03:34: Das ist ein fundamentales Missverständnis darüber, wie unsere Wirtschaft eigentlich strukturiert ist.
00:03:41: Lass uns diese zehn Milliarden Euro Entlastung doch mal sezieren bevor wir über die Finanzierung reden!
00:03:46: Okay, leg los.
00:03:47: Von diesem viel gefeierten Volumen sind bei der aktuellen Inflationsrate von gut zweieinhalb Prozent allein sechs Milliarden Euro.
00:03:54: nichts anderes als der Abbau der kalten Progression.
00:03:57: Der Inflationsausgleich im Steuertarif?
00:04:00: Exakt!
00:04:01: Das heißt, der Staat passt die Tarife lediglich an die Inflasion an.
00:04:05: Wenn er das nämlich nicht täte, würden Arbeitnehmer in einen höheren Steuersatz rutschen nur weil ihr Gehalt an die Inflation angepasst wurde.
00:04:13: Obwohl sie real keinen einzigen Cent mehr Kaufkraft haben!
00:04:16: Ja aber... Warte kurz der Staat gibt hier also nichts großzügig zurück.
00:04:20: Er verzichtet lediglich auf eine heimliche Steuererhöhung.
00:04:24: Von den zehn Milliarden bleiben also echte vier Milliarden übrig.
00:04:29: Bei einem Gesamtsteueraufkommen von rund neunhundertneunzig Milliarden Euro reden wir hier über eine Entlastung im Promille-Bereich.
00:04:39: Und dafür riskieren wir den kompletten wirtschaftlichen Motor des Landes, das steht doch in keinem
00:04:43: Verhältnis.".
00:04:44: Also dass der Abbau der kalten Progression einen großen Teil der Sunge ausmacht – das bestreite ich gar nicht!
00:04:51: Aber du tust so als passiere das ganz automatisch und als wäre das keine politische Entscheidung?
00:04:57: Die Struktur des Steuertarifs wird hier aktiv verändert...
00:05:00: Na ja.
00:05:01: Doch
00:05:02: das Abflachen der zweiten Progressionszone, die Rechtsverschiebungen des Spitzensteuersatzes – das sind komplexe Hebel!
00:05:10: Damit sorgt man dafür, dass die Mitte der Gesellschaft strukturell und vor allem dauerhaft geschützt wird.
00:05:17: Facharbeiter sollen doch nicht bei jeder Gehaltserhöhung direkt überproportional an den Staat abtreten müssen?
00:05:23: Da bin ich ja bei dir aber...
00:05:25: Lass mich kurz zu dem Punkt kommen, den du vorhin als Risiko für den wirtschaftlichen Motor bezeichnet hast.
00:05:31: Die reichen Steuer!
00:05:32: Warum zur Hölle sollte es unsere Volkswirtschaft zerstören wenn jemand der sagen wir dreihunderttausend Euro im Jahr verdient auf die letzten zwanzigtausende Euro zwei Prozent Punkte mehr Steuern zahlt?
00:05:44: Weil du bei diesen Summen gedanklich immer das Bild von so einem hoch bezahlten Dachsvorstand im Kopf hast oder von einem wohlhabenden Erben.
00:05:53: Aber die Realität in Deutschland sieht völlig anders aus.
00:05:56: Unsere Wirtschaftsstruktur besteht zu über neunzig Prozent aus kleinen und mittleren Familienunternehmen.
00:06:02: Das sind in der Regel Personengesellschaften, also Kommanditgesellschaften oder oft Handelsgesellschafts.
00:06:09: Und die Besonderheit im deutschen Steuerrecht ist dass diese Unternehmen eben keine Körperschaftsteuer zahlen wie große Aktiengesellschafte
00:06:16: Sondern
00:06:16: sie versteuern ihre Gewinne direkt über die Einkommenssteuer der Gesellschafter.
00:06:21: Wenn du also die Einkommenssteuer ab zweihundertfünfzigtausend Euro auf forty- oder siebenvierzig Prozent anhebst, dann triffst du nicht den privaten Konsum von irgendeinem Millionär.
00:06:31: Du greifst direkt in die Unternehmensbilanz!
00:06:33: Du entziehst dem Betrieb quasi das
00:06:35: Eigenkapital.".
00:06:36: Aber
00:06:36: moment mal – Das deutsche Steuerrecht kennt doch explizit Mechanismen um genau das zu verhindern?
00:06:42: Ich spreche von der Tesaurierungsbegünstigung...
00:06:46: Oh Gott, ja die Tesaurierungsbegünstigung.
00:06:48: Lass uns fair bleiben!
00:06:50: Gewinne, die im Unternehmen verbleiben also die nicht für den privaten Konsum des Gesellschafts entnommen werden.
00:06:55: Die können deutlich niedriger besteuert werden.
00:06:58: Dein Argument dass die reichen Steuer automatisch den Kauf neuer Maschinen verhindert das greift einfach zu kurz
00:07:04: Finde ich überhaupt nicht.
00:07:05: Der Staat sagt doch nur wenn du das Geld aus dem Unternehmen abziehst um dir private Yacht zu kaufen dann zahlst du den Spitzensteuersatz.
00:07:13: Solange es im Betrieb arbeitet, wird es geschont!
00:07:16: Ja in der Theorie klingt das wunderbar – In der Praxis ist diese Begünstigung ein bürokratisches Monster.
00:07:23: Das ist für viele mittelständische Betriebe kaum handhabar und führt oft zu krassen steuerlichen Nachteilen bei späteren Entnahmen.
00:07:31: Deshalb nutzen das ganz viele gar nicht erst.
00:07:34: Wir müssen uns die Mechanik doch mal klar machen.
00:07:37: Wenn ein Maschinenbauer im Schwarzwald eine Million Euro Gewinn macht, dann ist das nicht das Geld für die Yacht!
00:07:44: Das Geld liegt als Sicherheit bei der Bank um Kredite für neue Fräsmaschinen zu bedienen oder es fließt direkt in die Forschung für künstliche Intelligenz
00:07:52: Verstehe ich.
00:07:53: Pass auf lass uns das Bild eines Bauern nehmen Dein Gewinn aus dem letzten Jahr Ist dein Saatgut für das nächste Jahr.
00:08:00: Wenn der Staat jetzt die Steuern darauf massiv anhebt, zwingt er dich quasi einen großen Teil deines eigenen Saatguts auf zu essen.
00:08:07: Ja du bist heute satt und der Staat kann mit dem Geld heute irgendwelche Löcher stopfen Aber nächstes Jahr hast Du keine Ernte mehr!
00:08:14: Das ist ein sehr dramatisches Bild.
00:08:16: Aber stimmt wir saugen die Investitionskraft aus exakt den Unternehmen ab von denen wir erwarten dass sie uns durch die Transformation zur CleanTech und Digitalisierung bringen.
00:08:26: Okay Dein Saatgut-Vergleich hinkt aber an einem ganz entscheidenden Punkt.
00:08:30: Wenn der Bauer sein Saatgot behält, aber der Boden komplett ausgetrocknet ist weil niemand mehr seine Ernte kaufen kann was nützt ihm dann das beste Saat?
00:08:39: gut?
00:08:39: Wie meinst du das?
00:08:41: Wirtschaftliche Stabilität funktioniert doch nicht nur über die Angebotsseite, sondern fundamental über die Nachfrage.
00:08:47: Wenn wir diese Entlastung der Arbeitnehmern nicht durchführen – auch wenn sie dir nach Abzug der kalten Progression noch so klein vorkommt?
00:08:54: Dann bricht uns die Binnenachfrage weg!
00:08:58: Die Menschen halten ihr Geld zusammen, der Konsum sinkt….
00:09:01: Diese mittelständischen Unternehmen brauchen doch Kunden, die sich ihre Produkte überhaupt noch leisten können.
00:09:07: und ein weiterer Punkt Sozialer Frieden ist ein knallharter Standortfaktor.
00:09:11: Das
00:09:11: bestreitet ja auch niemand!
00:09:13: Ein Land mit massiver Ungleichheit hat Streiks, politische Instabilität, bröckelnde Infrastruktur – das kostet Unternehmen langfristig doch viel mehr als einen marginal höherer Steiersatz auf Spitzenverdiener.
00:09:25: Wie gesagt, dass sozialer Friedeneinstandort Faktor ist, da stimme ich dir zu... Die Frage ist aber doch, ob wir das eingenommene Geld wirklich effektiv nutzen oder ob es in völlig ineffizienten staatlichen Großprojekten versickert.
00:09:40: Du spielst auf die Wohnungsbaugesellschaft an, oder?
00:09:43: Exakt.
00:09:44: Das führt uns direkt zum nächsten Kernpunkt dieses thirty- vier Punkte Papiers der mich ordnungspolitisch zutiefst beunruhigt – Die Gründung einer neuen reinstaatlichen Wohnungsbaugesellschaft.
00:09:56: Wir entziehen der privaten Wirtschaft Kapital um es einem staatlichen Akteur zu geben Der jetzt auf dem Immobilienmarkt mitmischen soll.
00:10:04: Das ist eine komplette Abkehr von der Marktwirtschaft.
00:10:06: Hier
00:10:06: ich völlig anders.
00:10:07: Ein Bürokrat in einem Ministerium in Berlin wird doch keine einzige Wohnung schneller, billiger oder besser bauen als ein privater Projektentwickler.
00:10:16: Diese
00:10:16: pauschale Kritik am bösen Bürokranten in Berlin ignoriert doch völlig die Realität auf dem deutschen Immobilienmarkt der letzten zehn Jahre.
00:10:24: Der freie Markt hat schlichtweg versagt wenn es um bezahlbaren Wohnraum für die Breite Mitte geht.
00:10:30: Hat er das?
00:10:31: Ja Warum baut die private Wirtschaft denn nicht genug bezahlbare Wohnungen?
00:10:36: Weil die Margen im Luxussegment einfach viel höher sind.
00:10:39: Private Entwickler kämpfen mit enormen Grundstückspreisen und Zinsen, wenn sie bauen dann hochpreisige Eigentumswohnungen um überhaupt noch Rendite zu machen.
00:10:49: Socialer Wohnungsbau ist für den freien Markt unrentabel geworden.
00:10:53: Da herrscht ein absolutes Vakuum Und genau da muss der Staat eingreifen.
00:10:57: Die WBG soll dieses Marktversagen beheben.
00:11:00: Der Plan dahinter ist klug.
00:11:02: Es geht um serielles industrielles Bauen
00:11:05: Aber das kann die Privatwirtschaft doch auch!
00:11:07: Nicht in der Skalierung.
00:11:09: Eine starkliche Gesellschaft kann standardisierte Bautypen hundertfach in Serie fertigen lassen, was die Stückkosten massiv drückt.
00:11:17: Ein komplett zersplitterter Markt von unzähligen kleinen Bauträgern kriegt diese Skalierung doch gar nicht hin.
00:11:24: Okay aber das Vakuum, von dem du sprichst, dass ist nicht vom Markt verursacht?
00:11:28: Das ist staatlich gemacht...
00:11:29: Inwiefern?!
00:11:31: Das bezahlbares Bauen unrentabel ist, liegt einen ausufernden Bauvorschriften monatelangen Genehmigungsverfahren diesen abstrusenen energetischen Standards für jeden Neubau der Grunderwerbsteuer.
00:11:45: Anstatt diese Fesseln mal zu lösen gründet der Staat einen eigenen Konzern, der mit Steuergeldern unserem Saatgut von vorhin subventioniert wird.
00:11:54: Du nennst es Subvention?
00:11:56: Ich nenne es Daseinsvorsorge.
00:11:58: Es ist kainsianische Symptombekämpfung.
00:12:01: Dabei gibt es in dem Paket sogar eine Maßnahme im Baubereich, die wirklich klug ist – die die Mechanik des Marktes verstanden hat!
00:12:10: Welche meinst
00:12:11: du?
00:12:12: Die geplante Abschaffung der additiven nationalen Kapitalpuffer für Immobilienkredite ab.
00:12:21: Erklär das bitte genauer für uns.
00:12:23: Warum soll das effektiver sein als direktes staatliches Bauen?
00:12:27: Sehr gerne!
00:12:28: Das ist ein perfektes Beispiel für Regulierung.
00:12:31: Nach der Finanzkrise wurden Banken gezwungen, mehr Eigenkapital vorzuhalten – das berühmte Baselregelwerk.
00:12:39: Zusätzlich hat die deutsche Finanzaufsicht aber noch sogenannte additive nationale Kapitalpuffer für Immobilienkredite eingeführt.
00:12:47: Das heißt, wenn eine Bank hier Kredite für den Wohnungsbau vergeben will muss sie extra hohe Eigenkapitalreserven bei der Bundesbank hinterlegen.
00:12:55: Dieses Geld liegt da brach!
00:12:57: Es blockiert die Kreditvergabe.
00:13:00: Wenn die Regierung jetzt wie im Plan vorgesehen Diesen Pufferabschafft wirkt das wie ein gigantischer Hebel.
00:13:09: Wir sprechen über Milliarden an fest gesetzten Kapital, dass plötzlich für private Bauherren zur Verfügung steht.
00:13:15: Das belebt die Bauwirtschaft sofort und mobilisiert privates Kapital in einer Größenordnung, die eine einzelne staatliche Gesellschaft niemals aus Steuern finanzieren könnte.
00:13:25: Das ist Ursachenbekämpfung!
00:13:27: Okay ich erkenne vollkommen an, dass das ein sehr wirkungsvolles marktwirtschaftliches Instrument ist.
00:13:33: Den Banken wieder mehr Spielraum zu geben ist sicher richtig.
00:13:36: Aber deine Argumentation geht halt davon aus, dass dieses freigewordene Kapital dann auch wirklich in den sozialen Wohnungsbau fließt?
00:13:44: Ja wenn man sie lässt!
00:13:45: Dann diete Problem bei Mieten um die zehn Euro pro Quadratmeter bestehen – der Markt wird das zusätzliche Geld nehmen und wieder in hochpreisige Quartiere stecken.
00:13:54: Das ist eine Vermutung.
00:13:56: Es ist die Erfahrung der letzten Jahre.
00:13:58: Deshalb ist die Kombination in diesem Paket aus meiner Sicht so wichtig.
00:14:02: Der Markt bekommt über die Bankenregulierung wieder mehr Luft zum Atmen, ja?
00:14:06: Und der Staat füllt über die WBG parallel exakt die Lücke im Niedrigpreissegment, die der Markt einfach nicht bedienen wird.
00:14:13: Das ist keine Planwirtschaft sondern eine total sinnvolle Arbeitsteilung!
00:14:17: Es bleibt eine Arbeitesteilung bei der der Staat mit unfairen Mitteln spielt weil er Verluste am Ende auf den Steuerzahler abwälzen kann.
00:14:24: und wir sehen diesen Hang zur staatlichen Lenkung ja auch beim sogenannten Deutschlandfonds.
00:14:29: Ah, der strategische Investor?
00:14:31: Genau Plötzlich soll der Staat direkt Firmenanteile kaufen und definieren, welche Technologien für Deutschland zukunftsweisend sind.
00:14:40: Das ist diese Anmaßung von Wissen vor der Ökonomen seit Jahrzehnten warnen!
00:14:45: Kein Ministerium kann vorhersehen ob sich in fünf Jahren Wasserstoff, E-Fuels oder eine ganz neue Batterie durchsetzen.
00:14:53: Wenn der Staat da Milliarden reindrückt verdrängt er private Wagnerskapitalgeber.
00:14:58: Ja, aber die geopolitische Weltlage hat sich doch massiv verändert.
00:15:01: Die Idee dass wir uns einfach zurücklehnen und darauf vertrauen das der freie Markt schon rechtzeitig strategisch wichtige Lieferketten für Mikroschippen aufbauen wird also das ist mittlerweile wirklich naiv.
00:15:12: Ich sage nicht zu rücklehnen Aber Wir stehen
00:15:15: im direkten Wettbewerb mit systemischen Rivalen die massiv staatlich subventionieren.
00:15:21: Wenn wir unsere Souveränität behalten wollen, brauchen wir Instrumente wie den Deutschlandfonds.
00:15:28: Da geht es darum Schlüsseltechnologien abzusichern – wenn das Risiko für privates Kapital schlicht zu groß ist!
00:15:36: Der Staat muss da als Ankerinvestorsicherheit
00:15:38: signalisieren.".
00:15:40: Resilienz entsteht aber nicht durch staatlich verordnete Monokulturen, sondern durch breite Wettbewerbsfähigkeit.
00:15:47: Die Anpassungsfähigkeit von zehntausenden mittelständischen Unternehmen ist der viel bessere Schutz gegen Shox.
00:15:53: Das schließt sich ja nicht aus.
00:15:55: Aber um fair zu bleiben wir müssen auch anerkennen dass es beim Thema Bürokratieabbau Mechanismen in diesem Paket gibt die tatsächlich in die richtige Richtung gehen Diese Anpassungsfähigkeit stärken.
00:16:08: Darauf können wir uns definitiv verständigen, der Fokus auf Bürokratieabbau wird den Arbeitsalltag in den Betrieben fundamental verändern.
00:16:17: Mein Favorit ist hier die sogenannte Beweislastumkehr bei Berichtspflichten.
00:16:21: Oh ja das ist großartig!
00:16:24: Bisher musste ein Unternehmen den Behörden aufwendig beweisen dass es alle Auflagen erfüllt.
00:16:29: Das bindet extrem viele Ressourcen.
00:16:31: Jetzt wird das umgedreht.
00:16:33: Wenn der Staat künftig Daten anfordert, muss die Behörde explizit begründen warum das Zwingend notwendig ist.
00:16:40: Das zwingt die Verwaltung dazu ihre eigenen Prozesse mal kritisch zu hinterfragen.
00:16:45: Das ist ein echter Paradigmenwechsel.
00:16:47: Total!
00:16:48: Das ist einen seltener Lichtblick denn es nimmt dem Staat die Bequemlichkeit.
00:16:53: wenn Beamte plötzlich selbst Arbeit damit haben Anforderungen zu formulieren werden diese erfahrungsgemäß drastisch sinken.
00:17:00: Genau so wichtig ist die Einführung der Genehmigungsfiktion nach vier Monaten.
00:17:05: Die Mechanik ist bestechend einfach, ein Unternehmen stellt einen Antrag um eine Anlage zu bauen.
00:17:12: Die Behörde hat exakt vier Monate Zeit – lässt sie die Frist verstreichen wegen Personalmangel oder so gilt der Antrag automatisch als genehmigt.
00:17:21: Der Betrieb kann einfach anfangen zu bauen.
00:17:23: das verlagert das Risiko der Ineffizienz endlich vom Unternehmer zurück auf den Start.
00:17:29: Also diese Einigkeit am Ende zeigt doch, dass das thirty- vier Punkte Paket keineswegs nur ein ideologisches Umverteilungsprojekt ist wie du anfangs meintest.
00:17:38: Es versucht einen extrem schwierigen Spagat.
00:17:41: Einerseits entfesselt es die Wirtschaft durch diesen Bürokratieabbau und die Lockerung von Kapitalvorgaben.
00:17:48: andererseits ignoriert es die soziale Realität nicht.
00:17:51: Die reichen Steuer und die Wohnungsbaugesellschaft sind für mich die absolut notwendigen Ausgleichsgewichte, damit diese Flexibilisierung nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer passiert.
00:18:03: Es ist ein Kompromiss!
00:18:05: Ich schätze ja deine optimistische Sicht auf diesen Spagat aber ich komme da echt zu einer anderen Bewertung.
00:18:13: Die Maßnahmen zum Bürokratieabbau sind richtig Ja?
00:18:16: Aber sie sind am Ende nur Schmerzmittel für eine Krankheit, die dieses Paket an anderer Stelle selbst verursacht.
00:18:23: Das sehe ich anders.
00:18:24: Was nützt einem Mittelständler die schnellste Genehmigung, wenn ihm vorher über die Einkommensteuer das Kapital entzogen wurde?
00:18:31: Das Programm entzieht durch diese Substanzbesteuerung massiv Wettbewerbsfähigkeit und flüchtet sich mit Staatsfonds in so eine Illusion der Planbarkeit.
00:18:41: Nun – Die Argumente liegen auf dem Tisch!
00:18:44: Ob man dieses Programm als notwendige Stabilisierung oder als Gefahr für die wirtschaftliche Substanz bewertet, das hängt am Ende davon ab ob man in Krisenzeiten mehr auf staatliche Lenkung vertraut oder auf die Selbstteilungskräfte des freien Marktes.
00:19:00: Richtig!
00:19:00: Wir haben uns heute detailliert die Steuern den Kapitalmarkt und die staatlichen Akteure angesehen.
00:19:07: Das Dokument hat natürlich noch viele weitere Facetten.
00:19:10: Es liegt nun an euch da draußen, die Fakten zu prüfen abzuwägen und eure eigenen Schlüsse für die Zukunft dieses Standortes zu ziehen.
00:19:18: Genau!
00:19:19: Es wird entscheidend sein nicht nur die Absichten der Politik zu bewerten sondern präzise auf die realen Auswirkungen in den Unternehmensbilanzen und auf den Gehaltszetteln zu achten.
00:19:30: Wir verabschieden uns für heute und hoffen unsere Analyse hat euch geholfen diese komplexen Reformen ein wenig besser zu durchdringen.
00:19:37: Macht's gut.
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